FÜHRUNGSTOOL: EINGREIFEN-RAUSHALTEN

Modell Eingreifen-Raushalten

Heute möchte ich dir ein überragendes Führungstool vorstellen. Mir hat das Tool nicht nur beruflich sondern auch in meinem Privatleben einen deutlichen Mehrwert gebracht. Es ist ein Führungstool der Art, die ich liebe und sehr gerne anwende. Warum? Das Modell “Eingreifen–Raushalten” ist einfach zu praktizieren und auf sämtliche Gruppen anzuwenden.

Sowohl als Führungskraft, wie auch als Vater zweier Kinder, bin ich nahezu täglich mit Differenzen und Konflikten konfrontiert. Dies sehe ich auch als etwas ganz normales an. Denn überall wo Menschen zusammenkommen und interagieren, gibt es Momente die darüber entscheiden, wie ein Team funktioniert. Auch meine Familie sehe ich als Team. Wir funktionieren am besten, wenn wir respektvoll miteinander umgehen.

Glücklicherweise sind es häufig nur die kleinen Probleme, mit denen wir uns täglich auseinandersetzen müssen. Dennoch müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass jedes größere Problem mal klein angefangen hat. Und daher ist es wichtig, auch den kleinsten Problemen Aufmerksamkeit zu schenken, oder zumindest darüber nachzudenken und das Problem zu bewerten. Ist ein Eingreifen unsererseits tatsächlich notwendig? Wenn ja, in welcher Form? Oder sollten wir uns doch lieber raushalten.

Vor allem als Führungskraft ist es nicht möglich, bei jedem Problem einzuschreiten. Dafür hast du als Führungskraft weder Zeit, noch ist es sinnvoll immer alles selbst regeln zu wollen. Es gehört zu den entscheidenden Fähigkeiten jeder Führungskraft zu wissen, wann sie eingreifen und wann sie sich raushalten sollte. Genau wie als Elternteil, oder Trainer einer Sportmannschaft.

Und genau hierbei kann dir das Führungstool “Eingreifen–Raushalten” weiterhelfen und dir das Leben deutlich vereinfachen. Das Führungstool stammt von Rachel Robertson. Aufmerksam darauf geworden bin ich durch ihr Buch “Respekt schlägt Harmonie”.



Die Methode

Wirst du mit einem Konflikt konfrontiert, dann nimm dir 5 Sekunden Zeit und beantworte die folgenden zwei Fragen:

  1. Wie viele Personen sind betroffen?
  2. Hat das Ganze Auswirkungen auf die Werte des Teams?

Hierzu musst du dir natürlich im Klaren sein, welches die Grundwerte (Respekt, Teamwork, Verantwortung, Verlässlichkeit.… etc.) deines Teams sind.

Eingreifen-Raushalten Modell

Je nachdem wie du die Situation einschätzt und in welche der vier Kategorien du das Problem einteilst, entscheidest du über dein weiteres Vorgehen: Raushalten, entschärfen, eingreifen oder weiter melden.

Raushalten

Ist nur eine sehr geringe Anzahl an Personen von diesem Problem betroffen und sind auch die Auswirkungen auf die Werte deines Teams nur sehr gering, dann kannst du dich mit gutem Gewissen raushalten. Das Raushalten hat zwei ganz große Vorteile. Zum einen tut es den Teammitgliedern gut Probleme auch mal selbst in die Hand zu nehmen und Lösungsansätze zu suchen. Auch wenn es sich dabei um Konflikte untereinander handelt. Zum anderen hast du als Führungskraft einfach nicht die Zeit dich um jedes kleine Problem am Arbeitsplatz und jeden persönlichen Konflikt zu kümmern. Deine Zeit und Energie solltest du für Dinge einsetzen, die wirklich bedeutsam sind und die Werte deines Teams gefährden.

Wichtig aber ist, dass du den Beteiligten erklärst, warum du dich in diese Angelegenheit nicht einmischen willst.

Entschärfen

Sind mehrere Personen von dem Problem betroffen, die Grundwerte aber nicht gefährdet, dann reicht häufig ein klärendes Gespräch, welches die Situation entschärft. Dein Ziel muss sein, die Störung zu beenden und das Thema im Keim zu ersticken. Da die Werte noch nicht betroffen sind, ist das Problem noch klein. Sorge dafür, dass dies so bleibt. Humor kann in einem solchen Szenario mit unter ein hilfreiches Instrument sein. Entschärfe mit Fingerspitzengefühl.

Eingreifen

Eingreifen musst du, sobald die Grundwerte des Teams angegriffen werden. In dieser Situation spielt es auch keine Rolle, wie viele Personen verwickelt sind. Du musst die Grundursache des Problems finden, dieses analysieren und mit den Beteiligten eine Lösung finden. Höre den Beteiligten gut zu und gehe auf sie ein. Mache aber auch deutlich, welches Verhalten du zukünftig von ihnen erwartest.

Häufig macht es Sinn, das Problem mit jedem einzelnen zu besprechen. Du wirst feststellen, dass die Ansichten und Auffassungen extrem voneinander abweichen können. Es ist wichtig, dass du dir ein Gesamtbild verschaffst, bevor du ein Urteil fällst.

Die Grundursache lässt sich am schnellsten mit dem Einsatz der “Fünf Warum Methode” ermitteln. Wie diese genau funktioniert, erklärt Andreas Diehl einfach und verständlich auf seinem Blog. Hier geht’s direkt zum Blog-Beitrag ☞ 5-Why Methode – Eine einfache und wirksame Ursachenanalyse.

Weitermelden

Betrifft das Verhalten zu viele Personen und werden auch die Grundwerte massiv bedroht, dann musst du das Problem an deinen Vorgesetzten weitermelden. Eventuell muss sogar die Personalabteilung mit einbezogen werden. Auf keinen Fall darfst du das Problem aufschieben. Es muss frontal und unverzüglich angegangen werden.

Nicht jede Situation passt in eine der vier Kategorien. Selbstverständlich gibt es so genannte Grauzonen. Zur richtigen Einschätzung von Situationen gehört viel Erfahrung und ein sehr gutes Urteilsvermögen. Daher spielt vor allem die Selbstreflektion eine große Rolle um täglich besser zu werden und dein Handeln zu optimieren.

Selbsterkenntnis

Als Führungskraft solltest du dir jeden Tag ein paar Minuten Zeit nehmen um darüber nachzudenken was du am heutigen Tag richtig oder falsch gemacht hast, beziehungsweise was du hättest anders machen können.

Durch Reflexion erhältst du Selbsterkenntnis. Und diese gehört zu den wichtigsten Eigenschaften einer guten Führungskraft. Die Selbsterkenntnis zeigt dir, dass du in der Lage bist, dein Handeln, deine Überzeugung und deine Wirkung auf andere ehrlich einschätzen zu können.


Wenn dir der Beitrag gefallen hat, würde es mich sehr freuen, wenn du ihn auf den sozialen Medien weiterverbreitest. Dafür schon mal vielen Dank im Voraus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.