DIE SIEBEN FAKTOREN DER MITARBEITERMOTIVATION

Diese Woche habe ich an einem Führungskräfteseminar teilgenommen. Unter anderem ging es dort um das Thema Mitarbeitermotivation. Aufgrund meiner Loyalität zum Unternehmen möchte ich auf keine Einzelheiten eingehen, aber im Allgemeinen war der Konsens: „Was können wir tun um unsere Mitarbeiter noch mehr zu motivieren?“. Es wurde sogar ein Motivationstrainer als Gastredner eingeladen. Der Vortrag des ehemaligen Eishockeyprofis war sehr interessant und er hatte einige Geschichten aus seiner Profikarriere sowie seiner jetzigen Aufgabe als psychologischer Betreuer einiger Nationalmannschaften zu berichten. Aber wie motivieren wir jetzt unsere Mitarbeiter?

Mehr Gehalt, höhere Bonuszahlungen, ein subventioniertes Firmenfahrrad,  mehr Freizeit, zusätzliche Sozialleistungen, oder wie im Vortrag angepriesen; durch den Glauben an die Sache. Natürlich sind vor allem die monetären Dinge alles Mittel die bei einem Mitarbeiter gut ankommen und die ihn auf eine gewisse Weise auch sicherlich irgendwo motivieren. Aber die dadurch gewonnene Motivation geht meistens sehr schnell wieder verloren. Die Lösung, wie du motivierte Mitarbeiter erhältst, ist viel einfacher: „Hör damit auf deine Mitarbeiter zu demotivieren!“. Ein Mitarbeiter ist von sich aus motiviert. Ansonsten würde er nicht bei dir im Unternehmen arbeiten. In den meisten Fällen zwingt  ihn auch keiner dazu. Er kommt freiwillig.

„Hör damit auf deine Mitarbeiter zu demotivieren!“

An dieser Stelle ein kurzer Disclaimer. Wenn ich von Mitarbeiter spreche, meine ich damit alle Geschlechter. Um den Text einfach und leserlich zu halten, verzichte Iich auf die Form beide Geschlechter zu erwähnen. Vielen Dank für dein Verständnis.

Der Mitarbeiter hat sich dazu entschieden zu arbeiten. Er hat die Motivation jeden Tag zur Arbeit zu erscheinen und dort seinen Beitrag zu leisten. Er hätte sich auch für die Arbeitslosigkeit entscheiden können, für eine mehrjährige Weiterbildung, oder für ein minimalistisches Leben im Wald. Aber das hat er nicht. Er möchte Arbeiten, Geld verdienen und den sozialen Kontakt bei der Arbeit erfahren. Man nennt das die intrinsische Motivation – die eigene Motivation. Mein bezeichnet die intrinsische Motivation als die aus sich selbst entstehende Motivation. Ein intrinsisch motivierter Mitarbeiter führt seine berufliche Tätigkeit aus, weil er sie interessant findet, weil er sie gerne macht und weil sie seine Bedürfnisse befriedigt. Diesen Menschen brauchst du nicht zu motivieren. Du musst lediglich die Dinge unterlassen, die ihn demotivieren und dafür Sorge tragen, dass seine intrinsische Motivation bestehen bleibt und im besten Fall sogar gedeiht und wächst.

Lies hier mehr über das Thema Selbstmotivation: Wie Sie dauerhaft leistungsfähig bleiben

In der Literatur werden viele Motivationskiller diskutiert und ausgiebig erläutert. Meines Erachtens reicht es, sich auf die Kernfaktoren zu konzentrieren.

Respekt

Behandle deine Mitarbeiter mit Respekt. Sie sind das wertvollste Gut das du besitzt. Das hört sich jetzt etwas besitzergreifend an, ist so aber nicht gemeint. Es soll lediglich verdeutlichen wie wichtig und unabdingbar der Mitarbeiter für dein Unternehmen ist. Das Humankapital ist die wichtigste Ressource für Unternehmen und sollte mit der entsprechenden Achtung behandelt werden. Ohne Mitarbeiter, kein Unternehmen. Manche Vorgesetzten sind Experten darin ihre Mitarbeiter respektlos zu behandeln. Sie geben ihnen das Gefühl unwichtig zu sein. Informationen werden vorenthalten, es wird rumgebrüllt und nicht auf die Bedürfnisse des Mitarbeiters eingegangen.

Jeder hat Respekt verdient. Nimm deine Mitarbeiter ernst. Zeige aufrichtiges Interesse und behandle sie mit Respekt. Als Mitarbeiter solltest du auch genau das einfordern. Setzte klare Grenzen und mache deinem Vorgesetzten deutlich, dass du dir nicht alles gefallen lässt. Keine Führungskraft sollte dich von oben herab behandeln, auch wenn sie in der Hierarchie über dir steht.

Egal ob im Sport, im Privatleben, oder im Beruf, Respekt steht immer an erster Stelle.

Wertschätzung

Jeder von uns sieht seine Arbeit gerne als wertgeschätzt. Was nicht heißt, dass uns ständig jemand sagen muss wie toll wir sind und dass wir super Arbeit leisten. Das tut natürlich gut, aber ist vielleicht gar nicht nötig. In einem Unternehmen sollte es vielmehr um das generelle Verhalten und die allgemeine Einstellung gehen, die darauf ausgerichtet sein sollte, den Angestellten gegenüber Wertschätzung zu zeigen und dies auch wirklich zu praktizieren. Geleistete Arbeit sollte anerkannt werden. Eine Führungskraft sollte Dankbarkeit zeigen und gute Leistung honorieren. Wenn ich durch meine intrinsische Motivation ständig gute Leistung bringe, dies aber niemand wertschätzt, wirkt dies demotivierend.

Hier kommt nun also die extrinsische Motivation zum Einsatz. Die extrinsische Motivation steht für eine Motivation, die von außen bewirkt wird. Lobe deinen Mitarbeiter für erbrachte Leistungen. Zeige ihm, dass du siehst was er leistet. Gib ihm Feedback. Jeder Mitarbeiter möchte wissen wo er steht. Was sind seine Chancen im Unternehmen? Was macht er gut? Wo muss er sich verbessern?

Auch hier kannst du als Mitarbeiter tätig werden. Gerade in größeren Unternehmen finden Feedbackgespräche gar nicht, oder nur einmal im Jahr statt. Frage aktiv nach einem Gespräch.  Vereinbare einen Termin mit deinem Vorgesetzten und  spreche konkret an, was dich interessiert und wozu du eine Rückmeldung haben möchtest.

Natürlich gehört zur Wertschätzung auch das Thema Gehalt. Keiner von uns arbeitet umsonst. Natürlich ist Geld nicht alles, aber wir alle haben unsere Rechnungen zu zahlen. Das bezahlte Gehalt sollte immer leistungsgerecht sein. Wer gute Arbeit leistet, sollte dafür auch entsprechend vergütet werden. Bei Unternehmen die nicht leistungsbezogen bezahlen, besteht die Gefahr, dass Mitarbeiter bald nur noch Dienst nach Vorschrift machen, oder sogar weniger.

 

Du willst mehr Gehalt? Hier erfährst du wie du bei der nächsten Gehaltsanpassung deine Chancen erhöhst.

Kommunikation

Über Kommunikation könnte ich einen eigen Blogartikel schreiben, aber für diese Thematik werde ich mich kurz halten. Die Kommunikation mit Mitarbeitern wird in vielen Unternehmen vernachlässigt. Informationen werden bewusst, meistens aber unterbewusst unterschlagen. Es wird sich zu wenig Gedanken gemacht für wen welche Information nützlich sein könnte. Mitarbeiter wollen in Entscheidungen mit eingebunden werden. Sie möchten ein Teil des Vorhabens sein. Vor allem wenn es sie selbst, oder  ihr direktes Umfeld betrifft. Als Vorgesetzter solltest du deine Mitarbeiter, wann immer die Situation es zulässt, mit einbeziehen. Natürlich geht das nicht immer, aber dann solltest du darüber informieren. Welche Projekte laufen gerade im Unternehmen, welche Veränderungen stehen an, welche Weiterbildungsmaßnahmen werden angeboten usw. Ein gut informierter Mitarbeiter kann sich besser mit dem Unternehmen identifizieren und wird es dir mit Motivation danken.

Ehrlichkeit

Ehrlichkeit ist extrem wichtig. Keiner von uns wird gerne angelogen. Wenn du als Vorgesetzter etwas zu sagen hast, dann sollte dies nie auf wagen Vermutung basieren, sondern immer der Wahrheit entsprechen. Leere Versprechungen gilt es zu vermeiden. Wenn du einem Mitarbeiter einen Termin für ein Gehaltsgespräch zusagst, dann halte ihn auch ein.

Als Führungskraft hat man häufig viel um die Ohren und es kann einem schon mal etwas unter gehen, aber denke bitte immer in erster Linie an deinen Mitarbeiter. Oft folgen gesprochenen Worten keine Taten. Dies wirkt sich auf die Mitarbeitermotivation sehr negativ aus.

Als Mitarbeiter solltest du deine Vorgesetzten an Versprechungen erinnern und deren Einhaltung einfordern.

Überforderung

Mitarbeiter müssen ihren Kenntnissen und Fähigkeiten entsprechend eingesetzt werden. Bekommen Mitarbeiter Aufgaben zugeteilt, denen sie nicht gewachsen sind und die sie ständig überfordern, führt dies zu Unzufriedenheit. Zusätzlich verursacht Überforderung Stress. Und Stress wird bei Mitarbeitern häufig als Motivationskiller Nummer eins genannt. Kurzfristig kann Stress zwar helfen, die Leistung zu steigern. Andauernder Druck ist dagegen nicht nur motivationshemmend, sondern kann sich auch negativ auf die Gesundheit auswirken. Stress verursacht häufig Schlafstörungen. Und zu wenig Schlaf, wirkt nicht gerade motivationsfördernd. Ist der verantwortliche Stress zusätzlich noch berufsbedingt, ist ein Absturz der Motivation vorprogrammiert.

Liebe Führungskraft, verabschiede dich von dem Gedanken, dass du durch Druck die Leistung und Motivation deiner Mitarbeiter förderst. Druck kann kurzfristige Erfolge bewirken, langfristig wirkt er sich aber immer negativ aus.

Unterforderung

Fast genauso schlimm wie Überforderung, wirkt sich Unterforderung auf die Motivation deiner Mitarbeiter aus. Ein Mitarbeiter der ständig unter seinem eigentlichen Leistungsniveau arbeitet und nicht gefordert wird, stumpft irgendwann ab und verliert seine intrinsische Motivation. Er fühlt sich gelangweilt und unterfordert, schaltet in den Autopilot und macht nur noch das Nötigste. Demotivation pur.

Als Führungskraft musst du ein Verständnis für die Stärken deiner Mitarbeiter haben und sie entsprechend einsetzen. Mitarbeiterentwicklung und Weiterentwicklung sind sehr starke Faktoren hinsichtlich einer langfristigen Motivation.

Als Mitarbeiter solltest du schon bei der Jobauswahl darauf achten, dass du keine Stelle antrittst für die du eigentlich überqualifiziert bist. Langeweile und Unterforderung sind hier absehbar. Hast du im bestehenden Job das Gefühl, dass du unterfordert bist und eigentlich mehr leisten kannst, dann besprich dies aktiv mit deinem Vorgesetzten. Am besten legst du ihm konkrete Aufgaben vor die du zukünftig übernehmen möchtest. Möchtest du eine Fort- oder Weiterbildung absolvieren, dann lege ihm ein entsprechendes Angebot vor. Vergiss hierbei nicht, auf den daraus führenden Nutzen für das Unternehmen einzugehen. Wenn dein Vorgesetzter sieht, dass du dir bereits Gedanken über deine Entwicklung gemacht hast, fällt ihm die Entscheidung deutlich einfacher.

Vertrauen

Vertraue deinen Mitarbeitern. Du musst nicht alles selber machen. Es wirkt sehr demotivierend, wenn der Vorgesetzte alles absegnen und genehmigen muss. Wenn er über alles informiert, oder sogar in jede kleine Tätigkeiten involviert sein möchte. Manche Vorgesetzte kontrollieren einfach alles und können nichts abgeben. Ich nenne das Kontrollzwang. Im Fachjargon spricht man von Mikromanagement. Für jeden betroffenen Mitarbeiter ein großer Motivationskiller. Die eigene Leistung rückt in den Hintergrund. Warum anstrengen, wenn der Chef es vorher eh noch einmal durchguckt und seine Änderungen einbaut? Als Vorgesetzter solltest du deinen Mitarbeitern vertrauen. Natürlich wird dann vielleicht mal eine Aufgabe nicht zu 100% nach deinen Vorstellungen erfüllt, sondern nur zu 80%. Aber häufig reichen diese 80%, wenn du dafür einen weiterhin motivierten Mitarbeiter hast.

Vertrauen ist eine Art von Wertschätzung. Und darüber haben wir bereits weiter oben gesprochen.

Als Mitarbeiter hast du wenige Einflussmöglichkeiten auf das Verhalten deines Vorgesetzten. Mikromanagement lässt sich nicht mal eben abschalten, meist ist es tief in der Persönlichkeit verankert. Eine Aussprache sollte aber in jedem Fall stattfinden. Bringe deinen Unmut klar zum Ausdruck und suche gemeinsam mit deinem Vorgesetzten einen Kompromiss. Ansonsten hilft nur konstant gute Leistung, um davon zu überzeugen, dass die Kontrolle nicht notwendig ist.

Das sind meines Erachtens die sieben Kernfaktoren die jede Führungskraft verinnerlichen und anwenden sollte um Mitarbeiter nicht zu demotivieren.

Natürlich existieren weitere Faktoren, wie Unsicherheit, schlechtes Betriebsklima, Pessimismus oder ständiges Rumbrüllen die zu einem Motivationsverlust führen, aber sobald du deine Mitarbeiter mit Respekt behandelst, ihnen vertraust und gute Leistung wertschätzt, hast du schon viel erreicht.

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