WARUM FREUNDE UNVERZICHTBAR SIND

Freundschaften sind Bindungen, die Jahrzehnte lang halten und selbst schwerste Krisen überstehen: Freunde machen uns stark und helfen uns, das Leben zu meistern.

Freunde habe in meinem Leben schon immer eine sehr große Rolle gespielt. Sie haben mein Leben geprägt und es definitiv bereichert. Heute habe ich einen Artikel über Freundschaft gelesen, den ich gerne mit Euch teilen möchte.

Der folgende Text stammt nicht von mir, sondern von Jutta Junge. Gefunden habe ich den Artikel in der Zeitschrift Good Health, Ausgabe Februar/März 2018.

An meinem ersten Schultag fragte mich ein Mädchen, ob ich seine beste Freundin sein wollte. Wir waren fünf Jahre alt und trugen beide knallige Strickpullover und eine Schleife auf dem Kopf wie kleine Kakadus. „Was muss ich dafür tun?“‚ fragte ich ängstlich. Der Tag war sehr ereignisreich gewesen, und ich war vorsichtig geworden. „Weiß ich nicht“, gestand das Mädchen. „Aber es heißt doch, Freunde sind etwas Gutes.“ Wie Recht sie damit hatte! Mit ihren fünf Jahren war sie bereits eine weise Frau, Ihr Name war Lillyan, und zu Hause nannte ich eines unserer Hühner nach ihr, zum Zeichen unserer Freundschaft und weil eine Freundin etwas Gutes war. Damals lebten wir in einem Vorort von Dublin und hielten elf Hühner in unserem kleinen Garten. Nach Lillyan bekamen auch die anderen im Laufe der Zeit den Namen einer neuen Freundin: Celeste. Mary und Philippa. Fröhlich gackernd erreichten die Hühner ein reifes Alter. Als ihre Zeit dann gekommen war und sie für immer die Augen schlossen, blieben die Freundschaften bestehen — und bereicherten mein lieben, wie es seit jeher und überall auf der Welt das Wesen von Freundschaften ist.“

Maeve Binchy, eine der erfolgreichsten irischen Autorinnen, hat mit dieser wunderschönen Szene den Beginn einer Beziehung beschrieben, die zur langjährigen Freundschaft wurde.

Und sie bekannte: „Ehrlich gesagt begreife ich nicht, wie man ohne Freunde leben kann. Ohne Menschen, mit denen man Geheimnisse, Hoffnungen und Träume teilt. Und die einem beistehen in Zeiten der Schande, der Scham und der Trauer“

Was ist ein Freund?

Aristoteles, der bekannteste Philosoph und Naturforscher der Geschichte. hat dieser Frage ungefähr ein Fünftel seines Lebens gewidmet. Von ihm stammt die Aussage, ein Freund sei „eine einzige Seele. die in zwei Körpern wohnt“. Diese Definition formulierte er vor mehr als 2300 Jahren. Aber ist sie noch gültig? Oder bedeutet Freundschaft für uns heute etwas anderes?

Jeder von uns hegt den Wunsch, einen wirklich guten Freund an seiner Seite zu wissen, aber nicht jeder hat das Glück. Doch wer ihn hat, tut gut daran, ihn sehr zu schätzen. Denn in Zeiten, in denen die meisten Paarbeziehungen kaum länger als drei Jahre dauern, können Freunde die große Konstante sein, das unverrückbare Zentrum des Lebens. Da gibt es Freunde fürs Leben, die von klein auf bis ins hohe Alter zusammenhalten — wie bei Maeve Binchy. Und es gibt Freunde, die sich erst spät kennenlernen, dann aber wie eine Familie zusammenleben. Manche Freundschaften überspannen Kontinente oder Generationen, andere bestehen nur im Internet. Doch egal, wie sie entstanden oder zu welchem Zeitpunkt man sie gefunden hat —für immer mehr Erwachsene steht Freundschaft im Leben an erster Stelle. Denn in dieser einzigartigen Beziehung zwischen zwei Menschen, so unterschiedlich sie sein mögen, geht es nicht darum, die eigenen Vorstellungen mit denen eines anderen in Deckung zu bringen und die Zukunft zu planen, sondern einfach darum, sich ohne Wenn und Aber auf ihn einzulassen. Freundschaft bedeutet: da sein und da bleiben, verlässlich. Nicht mehr und nicht weniger.

Warm brauchen wir Freunde?

Wie wichtig Freundschaften sind, um körperlich und seelisch im Lot zu bleiben, wissen vor allem Menschen, die keine haben. Der Berliner Psychologe Wolfgang Krüger sagt: Ein Kernproblem unseres Lebens ist die Einsamkeit. Um sie zu bewältigen, brauchen wir Freunde. Ein soziales Dorf, in dem wir uns sicher fühlen.” Denn Freunde machen uns stark, sie helfen uns, das Leben zu meistern. Manchmal sind sie die einzigen Menschen, die uns über einen langen Zeitraum begleiten, die unseren Kummer mit uns aushalten und die letztlich wissen, wer und wie wir wirklich sind. Ehen zerbrechen, Kinder gehen aus dem Haus, Kollegen wechseln den Job, aber echte Freunde bleiben und verstehen uns. Sie kennen vielleicht noch unsere Eltern oder Großeltern, sie wissen um unsere empfindlichsten Punkte und größten Schwächen. Und dabei verurteilen sie uns nicht – so wie es uns nicht einfallen würde, sie für einen Fehler zu verurteilen.

Freunde kann man sich aussuchen, Familie nicht….

Es gibt einen flapsigen Spruch, der lautet: Freundschaft ist Liebe ohne Sex. Das kann stimmen oder auch nicht. Denn man kann seine Freunde lieben oder das Gefühl für sie ganz anders nennen. Auf jeden Fall zeichnet sich Freundschaft durch hohe gegenseitige Wertschätzung aus. Man unterstützt einander und ist für den anderen da. Nicht etwa, weil man muss, sondern, weil man es will. Denn Freundschaft ist keine Pflicht, sondern lebt von der absoluten Freiwilligkeit. Das ist der vielleicht entscheidende Unterschied zu Verwandten und manchmal auch zum Ehepartner. Der irische Literaturnobelpreisträger und Satiriker George Bernard Shaw bemerkte einmal: Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte.

Wie werden wir Freunde?

Schauen wir noch einmal auf Maeve und Lillyan. Dass die beiden Schulanfängerinnen Freunde wurden, war vielleicht kein Zufall. Eine Studie der Uni Mainz zeigt nämlich, dass oft die physische Nähe von zwei Menschen ausreicht, um zwischen ihnen ein Band der Freundschaft zu knüpfen. Daneben sind Ähnlichkeiten im Wesen, im Denken und im Lebensstil Faktoren, die Freundschaften wahrscheinlicher machen. Manchmal reichen aber auch schon Gemeinsamkeiten wie gleiches Alter, ähnliche Herkunft, vergleichbare Einstellungen und Interessen. Sie geben uns das Gefühl, mit jemandem auf absolut gleicher Wellenlänge zu liegen. Maeve Binchy stellte fest, dass man Freunden gegenüber noch blinder sein kann als in der Liebe: „Zum Beispiel kann ich nicht beschreiben, wie meine Freunde aussehen. Wenn mich jemand danach fragen würde, hätte ich Mühe, eine Antwort zu finden, denn bei Freunden sehe ich nur ihr Lächeln, den gespannten Ausdruck in ihrem Gesicht, wenn sie darauf warten, was ich als Nächstes sage, oder sie sich ihre Antwort zurechtlegen. Ich könnte nicht sagen, dass der eine ein kleiner, dicker Mann ist und die andere eine umwerfend elegante Frau. Alle diese Dinge spielen einfach keine Rolle. Ich weiß nicht, wie meine Freunde angezogen waren, als ich sie das letzte Mal traf. Denn es geht darum, mit dem anderen zusammen zu sein, sich auf ihn einzulassen und an seinem Leben teilzunehmen. Es geht um eine Bindung, die so kostbar ist, dass alles andere unwichtig wird.“

 

Diesem Artikel gibt es nichts hinzuzufügen. Jeder der gute Freunde hat, sollte alles daran setzten, diese Freunde zu behalten.

 

Vater vergisst

 

 

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