WARUM ES SICH LOHNT SEINEN URLAUB MAL WOANDERS ZU VERBRINGEN

Urlaub ist Erholung vom Arbeitsalltag. Abschalten. Raus in die weite Welt und etwas Neues erleben. Klingt gut und richtig. Doch auch Urlaub muss geplant, organisiert und gebucht werden. Gerade Familien mit Kindern wissen wie schwierig sich dies teilweise darstellen kann. Jeder hat seine eigenen Vorstellungen und Vorlieben hinsichtlich des Zielorts. Daher ist es oft verlockend wieder die gleichen oder ähnlichen Urlaube zu buchen die man bereits kennt und weiß, dass dort jeder zufrieden war. Der gleiche Campingplatz, das selbe Land, der gleiche Ort mit dem schönen Strand und das Familienhotel, das die Kinder so liebten. Wir geben unser hart verdientes Geld häufig für Komfort, Planungssicherheit und Entspannung aus. Und dies hat in gewisser Weise auch sicher seine Vorteile. Aber…

Der Psychologe und Journalist Todd B. Kashdan hat genau dies hinterfragt und glaubt, dass wir mit unseren Urlaubsreisen genau das Gegenteil erreichen sollten. Raus aus der Komfortzone, stelle Dich dem Ungewissen, begib Dich auf ein Abenteuer, erkunde Neues und lerne dabei. Das Ergebnis ist persönlicher Wachstum. Der Zugewinn einer größeren emotionalen Lebendigkeit, einer stärkeren Empathie und einer erweiterten Kreativität.

Das erste was sich durch das Reisen in fremde Lände spürbar verbessert, ist das eigene emotionale Wesen. Man beginnt ein psychisches Geschick zu entwickeln in bestimmten Situationen nicht gleich emotional zu reagieren, sondern aufkommende Situationen und Informationen erst zu beobachten, zu verstehen und dann bewusst zu reagieren. Emotionale Entscheidungen sind häufig Bauchentscheidungen und selten durchdacht und zielführend. Daher müssen wir lernen unsere Emotionen zu kontrollieren und rationale Entscheidungen zu treffen. Setzen wir uns häufiger dem Ungewissen aus, trainieren wir diese Fähigkeit. Verbringt man Zeit in einem unbekannten Land, einer fremden Stadt, einer anderen Kultur, wird man toleranter und verständnisvoller.

Eine Studie mit mehr als 450 US-Amerikanern hat gezeigt, dass das Einfühlungsvermögen, die Empathie, bei Menschen die viel Reisen, deutlich stärker ausgeprägt ist. Vorurteile existieren quasi nicht. Vor allem nicht hinsichtlich Herkunft, Geschlecht oder ethnischen Aspekten. Den Teilnehmern der Studie fiel es zusätzlich viel leichter zu erkennen, ob eine Handlung aus tiefsitzender persönlicher Überzeugung erbracht wurde oder es sich um eine situationsgetriebene Aktion handelte. Das Verhalten von Menschen in bestimmten Situationen lässt sich durch diese Fähigkeit deutlich besser einschätzen und ein eigenes Fehlverhalten wird vermieden.

Eine Untersuchung in China hat dies bestätigt. Je mehr unterschiedliche Länder die Befragten bereist haben, desto toleranter und vertrauensvoller sind sie. Nicht nur Fremden gegenüber. Auch der Umgang mit der Familie, den Arbeitskollegen und Freunden ist offener und vor allem verständnisvoller und wertschätzender.

Der dritte Nutzen, den Reisen in das Unbekannte mit sich bringen, ist Kreativität. Eine Studie mit 46 holländischen Arbeitern hat gezeigt, dass sie nach einer dreiwöchigen Reise nach Indien, mehr alternative Ideen entwickelten um alltägliche Dinge, wie Reifen, Stifte oder Löffel zu nutzen. Einfach weil sie eine andere und unvoreingenommene Sichtweise auf diese Objekte warfen. Andere Länder, andere Sitten und Bräuche. Was woanders gut funktioniert, kann auch bei uns funktionieren. Man muss die Welt nicht immer neu erfinden, aber man sollte sie mit offenen Augen bereisen.

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir Menschen viel voneinander lernen können. Vielleicht benötigt es gar nicht immer eine weite Reise in ein fernes Land. Wir haben so viele unterschiedliche Kulturen in unserem eigenen Land, unserer Stadt und sogar in unserer Nachbarschaft. Seid einfach offen für Neues.

Die heutige Arbeitswelt braucht Menschen die sich auch noch wohlfühlen wenn es mal unbequem wird, Mitarbeiter die Verständnis haben für andere Ansichten und sich den kommenden Anforderungen anpassen.

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