LEAN MANAGEMENT – BASICS

Auch dieses Jahr wollte ich meiner Grundeinstellung der stetigen Weiterbildung nachgehen und habe ein Seminar zum Thema Lean Management besucht. Während des dreitätigen Seminars „Lean Manufacturing Green Belt“ mit abschließender Prüfung und Zertifizierung der Steinbeis University Berlin konnte ich meine bisherigen Kenntnisse vertiefen. Durch die vielen Erfahrungsberichte des Seminarleiters und der Seminarteilnehmer, wurde mir erneut bewusst wie wichtig, aber auch komplex, das Thema Lean Management tatsächlich ist. Trotz der bedeutungsvollen Aufgabe wird Lean Management in vielen Unternehmen gar nicht bis wenig betrieben. Dies liegt vor allem am Bewusstsein und natürlich an der fehlenden Ausbildung des Personals. Ohne Kenntnisse über Lean Management, kann ich dieses auch nicht anwenden.  

Mein Ziel mit diesem Artikel ist es, Dir eine Grundidee von Lean Management zu geben ohne dabei zu sehr in die Tiefe zu gehen.

Was genau ist Lean Management?

Lean Management ist mehr als nur ein Optimierungstool zur Verbesserung der Produktivität. Es ist eine Management Philosophie die in eine Unternehmenskultur übergeht. Es gilt alle Tätigkeiten die zur Wertschöpfung beitragen, optimal aufeinander abzustimmen und überflüssige Aktivitäten zu eliminieren. Tätigkeiten die keinen Mehrwert bringen gilt es zu vermeiden. Dies wird als Verschwendung von Ressourcen gesehen.  

Im Vordergrund steht immer der Kunde. Der Kunde bezahlt für eine Leistung oder ein Produkt und möchte die richtige Qualität, zum richtigen Zeitpunkt, zum bestmöglichen Preis in der gewünschten Menge. 

Dies klingt jetzt natürlich sehr logisch und Du wirst sagen: „Hey, das machen wir doch“. Die Realität sieht allerdings häufig anders aus.

Und genau da beginnt Lean Management. Das Hinterfragen von bestehenden Strukturen, Prozessen und Verhaltensweisen ist ein wesentlicher Teil von Lean Management.

„Der bestehende Prozess, ist nicht der bestmögliche“

Es geht hierbei aber nicht nur um Prozesse und die damit verbundene Optimierung der Produktivitätssteigerung, sondern auch um die Verbesserung von Hierarchien und Unternehmensstrukturen. Eine auf das Schaffen von Kundenwerten basierte schlanke Unternehmensführung und flache Hierarchien kennzeichnen die Umsetzung von Lean Management.

Lean Management sollte als Philosophie im ganzen Unternehmen gelebt werden um damit nachhaltige Erfolge zu erzielen. Als wichtige Kriterien für ein „Lean-Unternehmen“, bzw. Ziele die verfolgt werden sollten, gelten die folgenden Punkte.

  • optimierte Abläufe
  • fertigungs- und funktionsfähige Produkte oder Dienstleistungen
  • Prozesse mit jeweils niedriger Fehleranfälligkeit
  • keine Überproduktion
  • optimierte Bestände
  • keine unnötigen Transporte
  • keine unnötige Wartezeit
  • keine vermeidbaren Fehler
  • engagierte Mitarbeiter

Vor allem beim letzten Punkt trifft man häufig vor die größte Herausforderung bei der Einführung von Lean Management und den damit verbundenen Änderungen. Sätze wie „Aber das haben wir doch schon immer so gemacht.“ sind hierbei nicht selten. Daher ist es auch essentiell, dass alle Mitarbeiter mit einbezogen werden und ihnen das Prinzip von Lean Management verständlich erläutert wird. Was ich verstehe, kann ich auch akzeptieren und umsetzen.  

Woher kommt Lean Management?

Bereits 1903 gründete Henry Ford die Ford Motor Company und konnte mit der Optimierung der Fließbandfertigung für die Automobilindustrie gewinnträchtige Erfolge erzielen.

Die Automobilindustrie aus den USA galt lange als Vorzeigemodell anderer Wirtschaftsländer. In Japan, genauer genommen bei Toyota war man allerdings davon überzeugt, dass die amerikanische Automobilindustrie die Leistungsfähigkeit ihrer Arbeiter und des eingesetzten Kapitals nicht voll ausnutzte. Also entwickelte man dort das Toyota-Produktionssystem (TPS). Durch Vermeidung von Verschwendung und kontinuierlichen Verbesserungen (kaizen) entwickelte sich nicht nur Toyota zu einem der erfolgreichsten Unternehmen der Automobilindustrie, sondern es entstand auch eine weltweite Benchmark für hocheffiziente Produktion in den verschiedensten Industriezweigen.

Alles, was wir tun, ist, auf die Durchlaufzeit zu achten, und zwar von dem Moment an, in dem wir einen Kundenauftrag erhalten, bis zu dem Moment, da wir das Geld in Empfang nehmen. Wir verkürzen die Durchlaufzeit, indem wir alle Bestandteile eliminieren, die keinen Mehrwert generieren.“

(Taiichi Ono, Produktionsleiter im Toyota Werk)

1990 erschien die Studie „The machine that changed the world” von Womack, Jones und Roos, in der die Produktivität der Automobilindustrie in den USA, in Europa und in Japan verglichen wurde. Mit dem Ergebnis, dass die japanische Autoindustrie in vielen Bereichen kostengünstiger und effektiver produziert. Im Zusammenhang mit dieser Studie wurde der Begriff „Lean Production“ eingeführt.

Heute umfasst der Begriff Lean Management sowohl den Produktionsprozess als auch das hierfür erforderliche Management.

Was unterscheidet Lean Management von Six Sigma?

Sehr häufig fällt im Zusammenhang mit Lean Management auch der Begriff Six Sigma. Doch worin liegt genau der Unterscheid? Im Prinzip sind beide Themen nicht  zu trennen, sie gehören zusammen. Beides sind Werkzeuge, um die Kosten der Produktion zu senken und die Qualitätsfähigkeit von Unternehmen drastisch zu steigern. Wie bereits am Anfang des Artikels erwähnt ist Lean Management eine Unternehmensphilosophie und wird daher auch als Tool der Führungskräfte angesehen. Six Sigma ist viel mehr praxisbezogen und daher Aufgabe ausgewählter und entsprechend qualifizierter Spezialisten.

In weiteren Beiträgen werde ich detaillierter auf die einzelnen Techniken und Tools von Lean Management eingehen.

Auch Ziele spielen im Lean Management eine große Rolle. Lese in meiner Reihe zum Buch “Der Weg des SEAL” wie du deine Ziele richtig definierst und die gesetzten Ziele auch erreichst.

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