DER WEG DES SEAL – TEIL 2

Im ersten Blog Beitrag zum Buch „Der Weg des SEAL“ bin ich auf das erste Prinzip der SEAL Methode eingegangen. Hierbei ging es vor allem um die Selbsterkennung. Wer bin ich? Was sind meine Werte? Was ist meine wahre Bestimmung?

Im zweiten Prinzip geht es vor allem um die Zielsetzung und wie man gesetzte Ziele im Fokus behält.

Ein SEAL richtet seinen Fokus immer nur auf ein einzelnes Ziel. Diesem schenkt er die vollste Aufmerksamkeit und Konzentration, bis er das Ziel erreicht hat. In seinem Trainingsprogramm SEALfit nennt Mark Divine dies den „frontsight focus“.

Ich sehe das genauso. Verfolgt man zu viele Ziele gleichzeitig, verliert man leicht die Orientierung, springt von Ziel zu Ziel und vernachlässigt oft wesentliche Punkte. Das Resultat ist dann sehr häufig, dass man keines der gesetzten Ziele erreicht. Vor allem Menschen mit einem hohen Tatendrang neigen dazu immer wieder neue Projekte anzufangen, bevor ein Projekt zu 100% abgeschlossen wurde. Ich weiß aus eigener Erfahrung zu gut, wie viel Disziplin es kosten kann seinen Fokus nur auf eine Aufgabe zu richten und nicht an mehreren Schauplätzen gleichzeitig zu agieren. Das geht natürlich auch und ist in manchen Positionen auch sicherlich notwendig. Dafür sind aber ein sehr gutes Organisations- und Strukturvermögen unabdingbar.

Die SEAL Methode teilt Ziele in langfristige (übergeordnete) und kurzfristige (untergeordnet) Ziele ein. Die übergeordneten Ziele werden als Missionen und die untergeordneten Ziele als Etappenziele definiert. Als Schlachtfeld wird der Weg zum Ziel beschrieben. Bevor es losgeht, muss das Visier eingestellt werden.

  • Bereite dein Bewusstsein vor
  • Mache dir ein Bild von deinem Ziel
  • Definiere deine Mission
  • Vereinfache das Schlachtfeld

Je genauer Du Dein Ziel und den Weg dorthin definiert hast, desto einfacher wird es Dir fallen am Ball zu bleiben und Dich nicht ablenken zu lassen. Konzentriere und fokussiere Dich immer auf den nächsten Schritt der Dich dem Erfolg näher bringt. So wirst Du optimale Ergebnisse erzielen.

„Siegreiche Krieger gewinnen zuerst im Kopf und ziehen dann in den Krieg. Unterlegene Krieger ziehen erst in den Krieg und versuchen dann zu siegen.“

Sun Tzu (544-496 v. Chr.). Autor von „Die Kunst des Krieges“

Dieser Satz trifft ziemlich genau was Mark zum ersten Punkt, bereite dein Bewusstsein vor, schreibt. Bevor Du Dir ein Bild von deinem Ziel machen kannst, musst du einen klaren Kopf bekommen. Durch Atemübungen und Meditation lässt sich das Bewusstsein erweitern und für neue Programmierungen freischalten. Mir persönlich reicht meistens schon wenn ich mich an einen ruhigen Ort zurückziehe, meine Augen schließe und mich bewusst auf meinen Atem konzentriere. Je öfter man das tut, desto besser lernt man dabei abzuschalten und seinen Geist frei zu machen.

Sobald Du Deinen Kopf frei bekommen hast, kannst Du damit anfangen Dein Ziel zu visualisieren. Mache Dir ein Bild von Deinem Ziel.

„Was sich der menschliche Geist vorstellen kann, das kann er auch erreichen.“

Napoleon Hill (1883-1970), Autor des Bestsellers “Think and Grow Rich”

Über die Visualisierung habe ich bereits im ersten Teil etwas geschrieben. Wenn Du es schaffst, Dein Unterbewusstsein so zu programmieren, dass eine absolute Sehnsucht nach Deinem Wunsch entfacht wird, ist das schon die halbe Miete. Du wirst Deine Handlungen automatisch darauf ausrichten Dein Ziel zu erreichen.

Definiere Deine Mission. Um das zu schaffen, brauchst Du eine klare Vorstellung von dem was du erreichen möchtest und eine Strategie wie du Ablenkungen und Fallen auf Deinem Weg umgehen kannst. Sorge dafür, dass Du Deine Mission, Dein Ziel, klar definiert hast. Um Deinen Fokus zu halten, musst Du sowohl die expliziten wie auch die impliziten Erwartungen klären und definieren. Dies hilft Dir auch dabei einzuschätzen, ob Du der Aufgabe gewachsen bist und die Voraussetzung besitzt die Aufgabe zu erfüllen.

Die expliziten Aufgaben sind häufig klar und verständlich. Z.B. Die Einführung einer neuen Produktgruppe.

Bei der Definition der impliziten Erwartungen wird es da schon etwas schwieriger. Diese gehen mehr ins Detail. Zum oben genannten Beispiel der expliziten Aufgabe (Neue Produkteinführung) wären die impliziten Aufgaben zum Beispiel; was genau fordert der Markt, wie ist das Kaufverhalten der potentiellen Kunden, oder wie findest Du eine geeignete Marktnische.

Bei Zielen die Dein Vorgesetzter Dir vorgibt oder die Du Dir selber setzt, können Dir die folgenden Fragen weiterhelfen um implizierten Aufgaben deutlich zu machen.

Warum tue ich das? Entspricht es meiner übergeordneten Mission? Was genau wird von mir erwartet? Was muss vorab getan werden, welche Kenntnisse muss ich mir aneignen, um die Mission in Angriff zu nehmen? Welche Teilaufgaben muss ich bewältigen?

Die Mission und die Etappenziele müssen klar definiert sein, bevor Du beginnst das Schlachtfeld zu vereinfachen.

„Einfachheit kann schwieriger sein als Komplexität: Man muss hart arbeiten, um klar und einfach zu denken. Aber es lohnt sich, denn hat man es geschafft, kann man Berge versetzen.“

Steve Jobs (1955-2011)

Steve Jobs war ein Meister, wenn es darum ging Dinge zu vereinfachen. Genau wie bei einem SEAL, bei dem „das Schlachtfeld vereinfachen“ nichts anderes bedeutet, als  Ablenkungen zu vermeiden, war auch Steve Jobs bekannt dafür, die Einfachheit zu perfektionieren. Denkt hierbei nur mal an die ganzen Apple Produkte wie iPhone und iPad und daran wie einfach diese sich bedienen lassen. Selbst Kinder kommen nach einer kurzen Eingewöhnungszeit sehr gut zurecht und können dies ohne weitere Hilfe bedienen.

Du startest damit herauszufinden wo Deine Stärken liegen. Was macht Dich oder Dein Team besonders? Was ist Dein besonderes Angebot? Das was Du gut kannst, macht Dir Spaß und Du kannst anderen dadurch einen Nutzen verschaffen. Aufgaben die Du nicht gut kannst, aber Teil der der Mission oder eines Etappenziels sind, musst Du delegieren bzw. anderweitig vergeben. Und schon befindest Du Dich mitten im Aufräumen und vereinfachst Dein Schlachtfeld. Konzentriere Dich auf die Dinge in denen Du gut bist und trenne Dich von denen die Dich belasten und ablenken. Dies können auch Beziehungen sein.  

Das sich die Übungen zu Prinzip 2 über mehrere Seiten erstrecken und ich diese hier nicht abtippen möchte, solltet Ihr Euch das Buch kaufen. Das Geld ist gut investiert. Die Übungen befassen sich vor allem mit der Ausrichtung Deiner Gedanken und dem zielführenden justieren Deines Unterbewusstseins. Hilfreich finde ich vor allem das Tool KISS = Keep It Simple, Smarty, womit sich Ablenkungen und Ressourcenverschwendung identifizieren und eliminieren lassen. Dazu sind lediglich 3 Schritte notwendig.

Schritt 1: Aufräumen (schaffe Ordnung in Deinem Umfeld)

Schritt 2: Analysieren (80/20 Paretoprinzip)

Schritt 3: Trenne Dich von Ballast

KISS lässt sich auf sämtliche Lebensbereiche anwenden. Meine ersten Erfahrungen mit dieser Methode waren durchaus positiv und erfolgreich.

Was haben wir bisher aus dem Buch gelernt. Erstens, es ist wichtig sich selbst zu kennen. Zweitens, Ziele müssen klar visualisiert und in unserem Unterbewusstsein fest verankert werden.

„Wenn Du losgehst, musst Du eine Vorstellung vom Ziel haben“


Mit dem nächsten Prinzip machen wir unsere Mission wasserdicht.

Hier geht’s direkt zum dritten Teil

Der Weg des SEAL: Werde charakterstark, belastbar und instinktsicher wie ein Elitesoldat

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