DER WEG DES SEAL – TEIL 1

Eine ehemalige Arbeitskollegin und Freundin hat mir neulich begeistert von dem Buch „Der Weg des Seal“ von Mark Divine erzählt. Da ich immer offen für Neues bin, habe ich mich dazu entschlossen mir das Buch zu kaufen.

Mark Divine ist ein ehemaliger  Navy SEAL Commander aus New York mit einem Studium der Wirtschaftswissenschaften und einem MBA in Finance. Auf Basis dieser Erfahrungen hat er ein unkonventionelles Trainingsprogramm entwickelt, das sowohl die körperliche als auch die geistige Leistung steigern soll – das so genannte „SEALfit“.

Mit dem vorliegenden Buch richtet sich Mark Divine nicht nur an Unternehmer und Manager, sondern eigentlich an Jedermann-/Frau, Student oder Hausfrau.  Die verschiedenen im Buch angemerkten Übungen,  Lernschritte,  und Meditationseinheiten sind leicht nachvollziehbar und durchführbar.

Ich halte es mit diesem Buch, genauso wie ich es mit allen Büchern halte die ich lese. Nur lesen bringt nichts. Was nützt einem das größte Wissen, wenn man es nicht einsetzt. Deshalb habe ich mir fest vorgenommen die einzelnen Übungen, die wirklich sehr gut nachvollziehbar und umsetzbar sind, Schritt für Schritt auszuprobieren. Gleichzeitig möchte ich meine Erfahrungen mit dem Buch mit Dir teilen und diese im Blog wiedergeben.

Also, fangen wir an….

Das erste Kapitel bzw. die Einleitung läuft unter der Überschrift „Führen im Feld“. Mark erzählt in diesem Kapitel wie er zum SEAL wurde und was sein Antrieb war. Als Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater stellte er sich die Frage die wir uns alle immer wieder stellen sollten – „Was macht mich glücklich?“. Mark kam zur Erkenntnis, dass sein Job ihn nicht glücklich macht. Er kündigte und beschloss eine Ausbildung zum Navy SEAL anzutreten. Von 180 Auszubildenden haben in seinem Jahrgang nur 19 erfolgreich abgeschlossen –  Mark wurde Jahrgangsbester und wurde mit dem Trident (das goldene Dreizack-Abzeichen der Navy SEALs) ausgezeichnet. Der Trident steht für einen modernen Spartaner, die härter trainieren, intelligenter arbeiten und jede Herausforderung mutig in Angriff nehmen.

„…härter trainieren, intelligenter arbeiten und jede Herausforderung mutig in Angriff nehmen!“

Das finde ich richtig gut. Damit kann ich mich selbst identifizieren. In diesen einfachen Worten steckt viel Weisheit die jeder von uns beherzigen sollte der im Leben weiter kommen will. Wenn ich was erreichen möchte, muss ich mehr leisten wie die anderen. Mehr investieren, mehr trainieren, mich mehr weiterbilden, mehr engagieren. Zusätzlich muss ich ständig optimieren. Das was ich tue, ist niemals die beste Art und Weise es zu tun. Es geht immer besser. Jeder Prozess lässt sich optimieren, jeder Umgang lässt sich verfeinern und jedes Tun lässt sich effizienter gestalten. Vergiss den Satz „Never change a running system“ –  lebe nach den Worten „Stillstand ist Rückschritt – es gibt immer einen besseren Weg“.

Nun aber zurück zum Buch…

In den folgenden Abschnitten geht Mark Divine vor allem auf die Führung ein. Führung aus Sicht eines SEALs. Seine Ansicht bzw. Definition eines Teams finde ich besonders interessant. Als Team bezeichnet er eine Gruppe von Personen, die sich zusammentun, um eine Mission zu erfüllen oder bestimmte Ziele zu erreichen.  Auch hinsichtlich der Führung verfolgt er eine sehr spannende Ansicht. Er sieht Führung nicht als Fähigkeit oder Anhäufung von Verhaltensweisen die man erlernen kann, sondern als Charakterzug den man verinnerlichen und entwickeln muss. Die eigene Persönlichkeit und der persönliche Wachstum stehen im Vordergrund seiner Theorie. In seinem „integralen Entwicklungsmodell“ beschreibt er die „fünf Berge“. Hierbei geht es um fünf Säulen der Persönlichkeitsentwicklung, bzw. die Fähigkeiten die es zu trainieren gilt. Körperlich, mental, emotional, intuitiv und spirituell. Wie bei vielen Säulenmethoden, gilt auch bei der SEAL-Methode, man sollte allen fünf Säulen Aufmerksamkeit widmen damit der gewünschte Erfolg erzielt wird.

„Man sollte sich erst drauf konzentrieren ein gutes Teammitglied zu werden um ein guter Führer zu werden“

Mark Devine beschreibt viele Dinge aus den Augen und mit den Worten eines Seals. Auch wenn das ein oder andere etwas kriegerisch und militärisch klingt, lassen sich doch viele Parallelen zur täglichen Arbeit und Abläufen in Organisationen wiederfinden. Mit acht Prinzipien beschreibt Mark seine Methode.

Prinzip 1 –   Finde Deinen Angelpunkt

Der Angelpunkt ist vergleichbar mit dem inneren Antrieb. Was bewegt mich? Warum möchte ich das? Um erfolgreich zu sein, ist es wichtig zu wissen was man will, welche Bestimmung man verfolgt. Und zwar warum? Sich selbst zu hinterfragen und Visionen entstehen zu lassen, hilft sich selbst kennenzulernen und die wahren Bedürfnisse in Erscheinung zu bringen. Warum will ich reich sein? Wann bin ich eigentlich reich? Was ändert sich dadurch? Was wird besser, was wird schwieriger? Wie wird mein Umfeld reagieren? Wie werde ich mich verändern?

Durch Beantwortung dieser Fragen und eindringlichem Nachdenken wirst Du eine innere  Grundhaltung („Was würde ich tun“) entwickeln die es Dir vereinfacht Deine tatsächliche Bestimmung („Warum bin ich hier“) zu finden. Deine Grundhaltung zeigt deinen Charakter und steuert dein Verhalten. An den oft genutzten plump wirkenden Aussagen wie  „Entwickle eine positive Grundeinstellung“ und „positives Denken“ ist tatsächlich etwas dran. Fundamental ist allerdings, dass wir uns bewusst darüber werden was wir sind und was wir tatsächlich wollen. Nicht was jemand anderes von uns erwartet, sondern was sind unsere echten Bedürfnisse. Mark Divine trifft das relativ genau auf den Punkt.

„Um führen zu können, müssen wir zunächst uns selbst kennen. Wir müssen unser wahres Wesen in- und auswendig kennen. Wenn wir im vollen Bewusstsein unserer Grundhaltung leben, können wir ohne Angst handeln“

Kennst Du Deine Bestimmung und bist Du im Stande großartiges zu leisten? Hinterfrage und beantworte Dir dieses. Es wird Dir einfacher fallen mit Rückschlägen umzugehen und Deine Ziele auch in schwierigen Situationen weiter im Fokus zu halten. Gerade in der Berufswelt neigt man öfters dazu aufzugeben. Das kann ich nicht? Dieser Aufgabe bin ich nicht gewachsen? Wenn Du weißt wer Du bist und was Deine Bestimmung ist, weißt Du auch, was nötig ist um Deine Bestimmung zu erreichen. Dadurch bist Du beinahe unaufhaltbar.

Um eine persönliche Einschätzung nach der SEAL-Methode zu erhalten gibt es im Buch eine Übung die in vier Teile untergliedert ist. Auch wenn mir einige Punkte der Übung zuerst etwas skurril vorkamen, habe ich alle vier Teile der Übung mit vollster Aufmerksamkeit und Konzentration durchgezogen. Es würde mich freuen, wenn auch Du die Übung ausprobierst und Deine Erfahrungen mit mir teilst.

Teil 1 – Definiere Deine Grundhaltung

Die Grundhaltung ist die Antwort auf die Frage: „Was würde ich tun?“. Damit Du das höchst mögliche Nutzen aus der Übung ziehst, musst Du erst einmal zur Ruhe kommen. Dies verschafft Dir Zugang zu Deinem Unterbewusstsein und macht Deinen Geist offener für Visionen.

  1. Nimm Dir einen Notizblock und such Dir einen ruhigen Ort
  2. Setze Dich gerade hin und schließe die Augen
  3. Atme mindestens fünf Minuten lang, tief und ruhig

Sobald Du tiefenentspannt bist, öffnest Du Deine Augen und beantwortest folgende Fragen. Denke nicht zulange darüber nach was Du notierst, sondern schreibe das auf was Dir spontan einfällt.

  1. Was würde ich tun, wenn ich wüsste, dass ich nur noch ein Jahr zu lebe hätte?
  2. Was würde ich tun, wenn meine Heimatstadt von einer Naturkatastrophe heimgesucht oder von einem Terroranschlag getroffen würde?
  3. Was würde ich tun, wenn mich ein Freund bitten würde, ihm beim Umzug zu helfen, obwohl ich an diesem Abend ins Kino gehen will?
  4. Was würde ich tun, wenn sich herausstellte, dass ein Unternehmen, das eine meiner Lieblingsprodukte erzeugt, Arbeiter ausbeutet und Umweltzerstörung betreibt?
  5. Was würde ich tun, wenn ich in der Lotterie gewinnen würde?
  6. Was würde ich tun, wenn jemand ohne Grund eine Prügelei mit mir anfängt?
  7. Was würde ich tun, wenn sich mir eine Gelegenheit zu einem Insidergeschäft bieten würde, von dem nie jemand erfahren würde?
  8. Was würde ich tun, wenn sich Mitglieder meines Teams in meiner Gegenwart über einen abwesenden Kollegen beschweren?

Im Anschluss solltest Du Dir Gedanken machen was Deine Antworten für Rückschlüsse auf Deine Persönlichkeit und Charakter zulassen. Somit lassen sich Deine Grundhaltungen bestimmen. Ist die Antwort auf die letzte Frage zum Beispiel „Ich würde schweigen und mich raushalten“, dann könnte das bedeuten, dass Du die Grundhaltung einnimmst: „Ich respektiere das Recht anderer Menschen ihre Meinung zu sagen, werde mich an Tratsch und übler Nachrede aber nicht beteiligen.“

Nimm Dir Zeit und denke über eure Antworten nach und entdeckt so eure Grundhaltungen.

Teil 2 – Definiere Deine Werte

Als nächstes Du Dir Deiner Werte bewusst werden. Wertvorstellungen geben Antworten auf die Frage: „Wovon will ich in meinem Leben mehr oder weniger haben?“ Und hierbei geht es nicht um materielle und/oder kapitalistische Gegenstände.

Wichtig: Konzentriere Dich auf persönliche Werte die Dich zu einem stärkeren und besseren Mensch machen.

Dieser Teil der Übung ist nicht ganz einfach und hat bei mir einiges an Kopfgrübeln ausgelöst. Unabhängigkeit, Freiheit, Familie, Führung, Abenteuer, Bewegung/Aktivität, Gesundheit, Nachhaltigkeit sind die Werte die mein Tun bestimmen. Was sind Deine?

Teil 3 – Entdecke Deine Passion

Diese Aufgabe ist der nächste Schritt auf unserem Weg zur eigentlichen Bestimmung. Wie bin ich in meinem Innersten? Was sind meine Leidenschaften?

  1. Welche Bücher, Filme, Kunstwerke oder Musikstücke begeistern mich? Wer inspiriert mich und warum?
  2. Welche meiner Eigenschaften geben mir ein gutes Gefühl
  3. Welchen Aktivitäten würde ich nachgehen, wenn ich mehr Zeit hätte und durch nichts eingeschränkt würde?
  4. Was an diesen Aktivitäten empfinde ich als sinnvoll?
  5. Welchen Nutzen hätten diese Aktivitäten für andere?
  6. Könnte ich die Welt verbessern — und sei es auch nur ein kleines bisschen —, indem ich mich mehr auf diese Aktivitäten konzentriere?
  7. Was wäre nötig, um mich dazu zu bewegen, einer dieser Aktivitäten nachzugehen?

Diesem Teil der Aufgabe sah ich anfänglich etwas skeptisch entgegen. Er hat mir aber beim  kommenden  Teil der Übung geholfen.

Teil 4 – Entdecke Deine Bestimmung

Die eigene Bestimmung zu entdecken ist das eigentliche Ziel der Übung. Hier geht es darum sich ein visuelles Bild des zukünftigen Lebens zu schaffen. Die Erkenntnisse aus Teil 1 -3 der Übung helfen Dir dabei eine klare Vorstellung davon zu bekommen wie sich Dein Leben anfühlt sobald Du Deine Ziele erreicht hast und das Leben lebst, dass Du tatsächlich leben möchtest. Und zwar so, wie Du es Dir in der vollkommensten Form wünscht. Die eigene Vorstellungskraft ist ein enorm starkes Mittel um unser Bewusstsein auf Erfolg zu programmieren und Ziele zu erreichen.

Visualisiere Dein zukünftiges „Ich“

  1. Starte wieder mit einer kurzen Atemübung um zur Ruhe zu kommen und die Tür zu Deinem Bewusstsein zu öffnen. Wähle hierfür einen ruhigen Ort. Mein Tipp: Finde einen festen Platz den Du zu Deinem persönlichen „Ruheraum“ machst.
  2. Schließe Deine Augen und beginne langsam Dir ein Bild von Deinem idealen Zustand in drei Monaten zu machen. In diesem Zustand verkörperst Du Dein Ideal. Du bist fit, gesund, voller Energie und Lebensfreude. Deine Werte spiegeln sich in Deiner Grundhaltung.
  3. Spule vor auf ein Jahr und vertiefe Deine Visualisierung und verwirkliche in Deinen Gedanken Zwischenziele. Springe weiter auf einen Zeitraum von drei Jahren. Deine Bestimmung wird immer klarer und Du kannst förmlich spüren wie sich Dein vollkommenes Leben anfühlt.
  4. Nun gilt es die Visualisierungen Deines zukünftigen „Ichs“ auf das hier und jetzt zu projektieren. Stelle Dir intensiv vor, Du bist jetzt bereits diese Person und lebst schon jetzt Deine Werte. Dein Unterbewusstsein ist jetzt auf Dein Ziel programmiert und wird seine Arbeit machen.

Angenommen Du willst Abteilungsleiter/-in werden. Dann stelle Dir jetzt bereits vor wie Du Mitarbeitergespräche führst, wie Du mit Deinen positiven Eigenschaften Deine Abteilung optimierst und diese zum Erfolg führst. Dein Ansehen wächst bei Deinen Mitarbeitern und Kollegen. Durch die erlangte Beförderung hast Du eine deutliche Gehaltserhöhung erhalten die es Dir ermöglicht lang ersehnte Wünsche wahr werden zu lassen.

Meine Erfahrung mit dieser Übung

Mit dem vierten Teil der Übung hatte ich bereits Erfahrung, da ich die Kraft der Visualisierung und die Macht des Unterbewusstseins schon des Öfteren angewendet habe.

Die Teile 1-3 waren für mich sehr hilfreich um mir meine Werte und meine Bestimmung erneut deutlich zu machen.

Generell halte ich es für sehr sinnvoll, dass man weiß wer man ist und was man wirklich will.

Die Übung hat zwar etwas Zeit in Anspruch genommen, hat sich aber durchaus gelohnt.

Im Zweiten Prinzip erläutert Mark wie man ein gesetztes Ziel im Fokus behält. Natürlich beschreibt er auch dies wieder in seiner typischen Seal-Sprache.

„Richte Deine Augen über Kimme und Korn auf das Ziel”

Hier geht’s direkt zum zweiten Teil

Der Weg des SEAL: Werde charakterstark, belastbar und instinktsicher wie ein Elitesoldat

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.