DAS VERSTÄNDNIS VOM GELD – TEIL 1

Geld wird sehr häufig als ein Tabuthema betrachtet. Bloß ja keinem sagen was man verdient, für was man sein Geld ausgibt oder wie man sein Geld anlegt. „Was Du investierst an der Börse? Das ist doch nur etwas für Zocker!“ Solche, oder ähnliche Aussagen habe ich früher immer sehr häufig gehört. Mittlerweile hat sich dies aber geändert und die Menschen sind offener geworden für Anlageformen die nicht der konservativen Gattung angehören. Allerdings fehlt es den meisten am nötigen Wissen, der Sicherheit im Umgang und das Verständnis um mit ruhigem Gewissen sein Geld gewinnbringend anzulegen. Aber eigentlich bin ich hier schon wieder viel zu weit und auf einem ganz anderen Weg den ich mit diesem Beitrag eigentlich einschlagen möchte.

Ich möchte mit meinen Erfahrungen hinsichtlich Geld, Finanzen und Geldanlagen gerne von ganz vorne beginnen um eine gesunde und zielführende Einstellung zum Thema zu entwickeln und somit auch davon zu profitieren. Es gibt viele gute, ja zum Teil sogar sehr gute Blogs die sich mit den Themen Finanzen und Geldanlagen befassen. Warum solltest Du also meine Beiträge lesen? Anhand meiner Erfahrungen, Fehler und Erfolge die ich in den letzten 20 Jahren gemacht habe, wird Dir dieser Blog einen Mehrwert bringen und Dir mehr Sicherheit und Verständnis im Umgang mit Finanzen bringen. In den einzelnen Beiträgen werde ich auch immer konkrete Tipps und Beispiele geben, die Dir direkt bei der Umsetzung Deiner Vorstellung helfen werden.  Ganz nach dem Motto; „Hätte ich das schon vor 20 Jahren gewusst“

Als Einstig möchte ich kurz darauf eingehen was Geld eigentlich ist.

Definition – Was sagt Wikipedia?

Im praktischen Gebrauch ist Geld ein Zahlungsmittel, das sich von einfachen Tauschmitteln dadurch unterscheidet, dass es nicht unmittelbar den Bedarf eines Tauschpartners befriedigt, sondern auf Grund allgemeiner Akzeptanz zu weiterem Tausch eingesetzt werden kann.

Das steht so auf Wikipedia und ist so auch korrekt und relativ verständnisvoll ausgedrückt. Ich könnte mich hier jetzt lange über das Geldsystem und dessen Funktion auslassen, möchte es aber lieber praktisch halten.

Geld kann man immer nur einmal ausgeben

Fakt ist. Geld kann man immer nur einmal ausgeben. Richtig angelegt kann es sich allerdings vermehren und man kann die Überschüsse ausgeben, oder zuschauen wie der Zinseszinseffekt unser Geld immer weiter anwachsen lässt. Hierzu allerdings in einem der nächsten Teile mehr.

Im Alter von 14 Jahren musste ich schmerzlich feststellen, dass das Taschengeld nicht immer ausreicht um alle Wünsche zu erfüllen. Ob es jetzt nun die neuen Air Jordan Basketball Sneakers oder das neuste Videospiel waren, das Taschengeld hat meistens nicht gereicht und Weihnachten war noch viel zu lange hin. Es blieb mir nur eins, ich musste meine Haushaltskasse aufbessern. Also habe ich angefangen mein Taschengeld durch kleine Jobs wie Aushilfe im Getränkemarkt um die Ecke und Zeitungsauszutragen aufzustocken. Jede verdiente Deutsche Mark (abgekürzt DM, umgangssprachlich auch D-Mark oder kurz Mark) wurde auch gleich immer wieder reinvestiert. Anstatt Pausenbrot von Mutti, gab es nun jeden Morgen Leckereien vom Bäcker – war viel cooler. Mittags dann direkt noch am Kiosk vorbei und ein paar Süßigkeiten konsumiert. An Sparen habe ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht gedacht. Sneakers und  Videospiele mussten also doch auf Weihnachten warten. Trotzdem hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits einen qualitativen Mehrwert erzielt.

Was hätte ich besser machen können?

Ganz klar. Es wäre sinnvoller gewesen einen Teil des verdienten Geldes zu sparen, z.B. als kurzfristige Anlage auf dem Sparbuch. 1993 war dies mit 3,4% Zinsen pro Jahr sogar noch ziemlich lukrativ. Hätte ich 50 DM (Deutsche Mark) monatlich auf ein Sparbuch gelegt, wären es nach 12 Monaten 620,40 DM gewesen. Klar ist dies kein riesiger Gewinn, aber für Sneakers und Videospiele hätte das Ersparte locker gereicht.  

Aufgrund meiner sportlichen Erfolge als Ringer und dem Gewinn der deutschen Jugendmeisterschaft 1995 öffneten sich mit 16 Jahren für mich neue finanzielle Möglichkeiten. Von nun an war ich in der 1. Mannschaft meines Heimatvereins aktiv und wurde für mein Hobby bezahlt. Leider war das Wort Sparen auch zu diesem Zeitpunkt nicht unbedingt das, was ein pubertierender Jugendlicher hören möchte. Saisonzahlungen und Siegprämien flossen direkt zurück in die Wirtschaft. Ausgiebige Partys, neue Skateboards und coole Klamotten waren angesagt.

Was hätte ich besser machen können?

Eine Festgeldanlage mit einem Anlagezeitraum von 5 Jahren, hat damals locker 5% Zinsen gebracht. Bei einer Investition von 5.000 DM, was damals absolut drin gewesen wäre, hätte das einen Endbetrag von stolzen 6.381,41 DM bedeutet, also 1.381,41 DM Gewinn!

Bei den niedrigen Zinsen würde ich heute in keine Festgeldanlage mehr investieren, sondern einen ETF (Exchange Traded Fund) vorziehen. Zum Beispiel in einen MSCI World ETF.

Der MSCI World Index ist ein internationaler Aktienindex, der die Wertentwicklung von Unternehmen in 23 Industrieländern abbildet. Mit 1.654 (Stand: 11.01.17) Unternehmen weltweit spiegelt der MSCI World Index ungefähr 85% der Marktkapitalisierung in den Industrieländer wieder. Mit knapp 60% ist die USA am stärksten im MSCI World Index vertreten. Zu den am stärksten vertretenen Branchen im MSCI World Index zählen Finanzdienstleistungen (17,73%), Informationstechnologie (15,45%) und Gesundheitswesen (12,20%). Alle Angaben zum MSCI World Index sind per 01.01.2017 (Quelle: www.msci.com)

Mit einem Investment in den MSCI World Index über ETFs partizipierst Du neben Kursgewinnen auch an den Dividenden der Unternehmen. Zudem sind die Kosten von 0,15% – 0,50% pro Jahr sehr gering.

Chart ETF LYXOR MSCI ALL COUNTRY WORLD


Quelle: www.onvista.de

Eine Investition vor 5 Jahren von 5.000 € in den ETF LYXOR MSCI ALL COUNTRY WORLD hätte heute den Wert von 9.292,50 €. Also satte 4.292,50 € plus.

Wie bereits mehrfach erwähnt; „Hätte ich das nur früher gewusst!“

Kurze Zeit später wusste ich dann aber mehr. Mit dem Start meiner Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, begann ich mich für mein Geld zu interessieren statt es nur auszugeben. Zusätzlich zu meinen Einnahmen aus dem Vereinssport kam nun ein regelmäßiges monatliches Lehrlingsgehalt. Zusätzlich wurde von meinem Ausbildungsunternehmen eine vermögenswirksame Leistung (VL) von 78 DM bezahlt. Dies war zugleich mein erster monatlicher Sparbetrag. Wie damals üblich, wurde dieser in einen Bausparvertrag investiert. Was zu diesem Zeitpunkt auch sicherlich sinnvoll war. Der Zinssatz für eine Baufinanzierung lag damals  durchschnittlich bei 6,32% für eine Zinsfestschreibung von 10 Jahren. Heute liegen wir bei ca. 1,38% / 10 Jahre.

Genau wie heute, konnte man auch bereits 1996 eine Arbeitnehmersparzulage (ANSpZ) beantragen. Geld vom Staat sollte man immer annehmen und Förderungen in vollen Umfang ausnutzen.

Was genau ist die Arbeitnehmersparzulage und wie komme ich da dran?

Sobald Du von Deinem Arbeitgeber eine vermögenswirksame Leistung bezahlt bekommst und Dein zu versteuerndes Einkommen eine festgelegte Obergrenze nicht übersteigt, hast Du zusätzlich Anspruch auf eine Arbeitnehmersparzulage. Je nachdem wie Du Deine vermögenswirksamen Leistungen anlegst, gelten unterschiedliche Beträge und Prämiensätze.

Die Arbeitnehmersparzulage motiviert zudem zum längeren sparen. Um die volle Prämie zu erhalten, muss nämlich eine Mindestlaufzeit von sieben Jahren eingehalten werden. Beantragen musst Du die Förderung mit der Einkommensteuererklärung. Hierzu benötigst Du lediglich die „Bescheinigung zu VL“, welche Du von dem jeweiligen Anbieter erhaltest bei dem Du das Geld ansparst. Prämien können für vier Jahre rückwirkend beantragt werden.

Hier noch zwei Tipps zur Arbeitnehmersparzulage.

  1. Sollte Dein Arbeitnehmer nicht den monatlichen Höchstbetrag von 40 € bzw. 43€ bezahlen, solltest Du den Betrag aufstocken. Somit bekommst Du die volle staatliche Förderung.
  2. Mit zwei Verträgen kannst Du beide Prämien in Anspruch nehmen. Beide Verträge müssen aber von Deinem Arbeitgeber bezahlt werden, damit Du die vollen Förderungen erhältst. Somit kannst Du als Single jährlich insgesamt 123 € staatliche Prämie erhalten, als Ehepaar sogar 246 €.

Und damit ist die komplette Förderung die Dir zusteht noch nicht ausgeschöpft. Zusätzlich kannst Du noch eine Wohnungsbauprämie (WoP) erhalten. Gleich wie bei der Arbeitnehmersparzulage gelten auch hier wieder Einkommensgrenzen und maximal geförderte Sparleistungen. 

Um Förderung zu erhalten muss man das 16. Lebensjahr erreicht haben und es müssen mindestens 50 € pro Jahr in einen Bausparvertrag einbezahlt werden. Die volle Förderung erhält aber nur, wer den Höchstbeitrag (512€/1.024€) bezahlt. Die Zahlung muss unabhängig von den vermögenswirksamen Leistungen einbezahlt werden. Die Zulage die Du von Deinem Arbeitgeber erhältst, kann hierfür also nicht genutzt werden. 

Mein Tipp: Du musst keine zwei Bausparverträge abschließen um die Arbeitnehmersparzulage und die Wohnungsbauprämie zu erhalten, sondern kannst hierfür einen Vertrag nutzen. Die maximal geförderte Sparleistung musst Du aber für beide Prämien erbringen. Das heißt für unverheiratete 83 € (40 € ANSpZ +43 € WoP) und für verheiratete dementsprechend das doppelte.

Eine weitere staatliche Auflage gilt es noch zu beachten. Wohnungsbauprämie geförderte Sparverträge dürfen nur wohnwirtschaftlich genutzt werden. Hier bieten sich allerdings diverse Möglichkeiten wie unter anderen der Haus- beziehungsweise Wohnungsbau und Kauf, Sanierung oder Renovierung einer Immobilie.

Zu beantragen ist die Wohnungsbauprämie genau so einfach wie die Arbeitnehmersparzulage. Baufinanzierer schicken den Antrag zur Wohnungsbauprämie automatisch an ihre Kunden. In der Regel ist diese auch schon vorausgefüllt und muss nur noch von Dir geprüft und unterschrieben werden. Mit der Unterschrift unter dem Antrag bestätigst Du, dass Du unter der Beitragsbemessungsgrenze liegst und förderberechtigt bist.

Ich möchte hier keine Werbung für das Bausparen machen, aber zu Unrecht wird Bausparen oft als oldschool und uncool bezeichnet. Neben den Vorzügen der Zinssicherung und der häufig flexiblen Vertragsgestaltung bieten sich Bausparverträge sehr gut an um staatliche Prämien zu erhalten. Und zu geschenktem Geld sage ich nicht nein.

Wie bereits erwähnt, begann ich mich nun für mein Geld zu interessieren. Und dies machte sich schnell bezahlt. Nicht nur, dass ich Wege kennenlernte wie man vom Staat etwas dazu bekommt, sondern auch, dass sich Geld vermehrt, wenn man es anlegt und liegen lässt.

Hierzu aber mehr im Teil 2

 


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